Geschichte unserer Kirche

Vom 15. Jahrhundert bis heute.

Über das Alter der Kirche in Bohmte liegen keine genauen Angaben vor. Die Gründung wird Anfang des 15, Jahrhunderts durch die Ostercappelner Pfarrei erfolgt sein. Die älteste bekannte Urkunde, in der die Kirche von Bohmte erwähnt wird, stammt aus dem Jahre 1536. 1625 wird eine Filialkapelle von Ostercappeln in Bohmte genannt, vermutlich eine Gründung der Markgenossen. In der Capitulatio perpetua 1650 wurde Bohmte zusammen mit Ostercappeln den Katholiken zugesprochen. Um die kirchlichen Verhältnisse stand es nicht gut. Zu der Zeit fand kein eigentlicher Gottesdienst statt, sondern nur jeden zweiten Sonntag wurde Christenlehre gehalten. Erforderlichenfalls kam ein Geistlicher aus Ostercappeln, um die hl. Sakramente zu spenden.

Die Kirche selbst war in einem denkbar schlechten Bauzustand. Im Jahre 1660 wandte sich der Gerichtsschreiber Bödeker im Namen der ganzen Gemeinde an den Bischof mit der Bitte, dass ein ständiger Priester für die Pfarrgemeinde bestellt werden möchte.
Domküster Joh. Jobst von Ledebur, der auf der Ovelgönne seinen Wohnsitz hatte, leitete eine Besserung der Verhältnisse ein. Er ließ die vernachlässigten Gebäude in einen guten Bauzustand setzen und sorgte dafür, dass dem Kaplan von Ostercappeln Bernard Wandmacher das geistliche Amt von Bohmte als ein bis zu einem gewissen Grade selbständiges Amt übertragen wurde. Die seit 1665 geführten Kirchenbücher weisen auf eine selbständige Pfarrei hin. 1667 wurde dem Geistlichen in Bohmte das Recht bestätigt, Trauungen vorzunehmen. Demnach war er eigenständiger Pfarrer.
1815 wurden die Katholiken in den Diasporagebieten Barkhausen, Lintorf und Essen Bohmte zugeteilt. 1953 wurde aus diesen Gebieten unter Abpfarrung von Bohmte die Kirchengemeinde Bad Essen gebildet. Schon 1926 waren die Katholiken aus Hinterbruch von Ostercappeln nach Bohmte umgepfarrt worden.

Die nächste Erwähnung der Kirche wird im Jahre 1686 gefunden, als an einer Stelle geschrieben steht, dass die Kirche ,,von alther an Zuschlägen competiert“. Dort wird auch der Bau einer neuen Orgel erwähnt. Der Erbauer war der Orgelmacher Claus Hermann Lampe aus Levern.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Bauzustand der Kirche besorgniserregend. Zur Zeit von Pastor Nordhoff wurde 1751 die alte abgerissen und an gleicher Stelle unter Bauleitung von Antonius Mang, Corvey, und Ludwig Clausing, Belm, eine einschiffige Kirche aus Hausteinen mit Rundbogenfenstern, westlichem Giebelreiter als Glockenturm und flacher Holzdecke errichtet. Die Kirche wurde flankiert im Osten von der Schule und der Küsterwohnung, im Westen vom Pfarrhaus.

Im Jahre 1949 wurden 3 Bronzeglocken (e-g‘-a‘) angeschafft. Zugleich wurde mit dem Bau eines neuen Glockenturmes begonnen. Nachdem das Pfarrhaus durch einen Neubau ersetzt worden war, erfolgte 1957 der Abriss des alten.
Durch die vielen Heimatvertriebenen aus dem Osten war die Gemeinde stark angewachsen. Das machte einen Erweiterungsbau der Kirche erforderlich. Dieser wurde 1960/6 1 nach Westen hin durchgeführt und am Pfingstfest 1961 durch Weihbischof v. Rudloff geweiht.
In Verbindung mit Maßnahmen der ,,Dorferneuerung“ konnte 1978 das Gebäude der alten Schule zwischen Kirche und Bremer Straße abgerissen und der Platz neu gestaltet werden. Im gleichen Zuge stand eine Kirchenrenovierung von außen und innen an. Bei dieser Maßnahme ließen sich auch die neuen liturgischen Richtlinien des II. Vatikanischen Konzils verwirklichen. 1992 wurde in dem Raum unter der Kirche eine Krypta für Gottesdienste in kleinen Gruppen eingerichtet.

1963/64 baute die katholische Kirchengemeinde Bohmte den Kindergarten mit dem Schwesternhaus. Bedingt durch den Zuzug vieler Spätaussiedler in den 80iger Jahren mußte der Kindergarten 1990/91 auf 125 Vormittagsplätze erweitert werden.
Im Jahre 1976 erfolgte die Errichtung eines Gemeindehauses zur Nutzung für die verschiedenen Aktivitäten der Kirchengemeinde und ihrer Gruppen und Verbände. Die Baumaßnahmen wurden 1986 mit einem eigenen Jugendheim vervollständigt.

Armin von Stockhausen