Die Kindertagesstätte in Brasilien

Creche "O Semeador"

Die Kindertagesstätte  (dt.: "Der Sämann") ist neben anderen Hilfswerken ein Hoffnungsschimmer im Elend der Favelas in Sao Paulo.

Die brasilianischen Eheleute Fátima und Wilson Alves gab seine sichere berufliche Stellung auf, um für Kinder aus den Slums da zu sein. Ihr Idealismus war und ist gut, aber fehlende finanzielle Mittel führten immer wieder zu unüberwindbaren Schwierigkeiten, so dass die Kindertagesstätte für zunächst 20 Kinder wiederholt geschlossen werden musste.

1994/95 lernten zwei junge Erzieherinnen aus dem Osnabrücker Landkreis die Kindertagesstätte kennen und arbeiteten dort mit. Dabei entstand eine echte Freundschaft zu Fátima und Wilson und nicht weniger zu den liebgewonnenen Kindern.

Eine Kindertagesstätte entsteht
Geprägt von den Eindrücken in Brasilien starteten die beiden Erzieherinnen 1996 in Deutschland gemeinsam mit Freundinnen und Freunden, Bekannten und Verwandten Informationsveranstaltungen zu Gunsten der Kindertagesstätte in São Paulo und sie hatten damit Erfolg. Auf Antrag der Kirchengemeinde St. Johannes d.T. in Bohmte bewilligte das Kindermissionswerk (Sternsinger) in Aachen umgerechnet etwa 30.000,- € zum Bau einer neuen Kindertagesstätte. Zuvor hatten Fatima und Wilson von einem deutschstämmigen Ehepaar in Brasilien ein Gelände von ca. drei Hektar geschenkt bekommen, mit der Auflage, hier eine Kindertagesstätte zu errichten. Im Juli 1997 flog eine Gruppe von acht Volontären von Deutschland nach São Paulo und half bei den Bauarbeiten.
Welch eine Freude, als bereits im Dezember 1997 zunächst 45 Kinder in "ihr Haus" - wenn auch alles noch sehr provisorisch war - einziehen konnten!

Lebensperspektiven eröffnen
Auf die Frage, nach welchen Kriterien Kinder in die Kindertagesstätte aufgenommen werden, antwortete Fatima : "Nach Armut" und fügte traurig hinzu "Aber arm sind hier alle!"

Die Kindertagesstätte ist die einzige wirksame Möglichkeit, Kinder vor dem Leben auf der Straße zu bewahren. Wenn die Kinder in die Kindertagesstätte kommen, sind sie oft unterernährt, leiden unter Wachstumsstörungen. Aufgrund mangelnder Abwehrstoffe werden sie krank, und sehr oft sind sie verhaltensgestört. In der Kindertagesstätte erfahren sie Liebe und Geborgenheit. Sie bekommen dreimal täglich eine vitaminreiche Mahlzeit. Sie werden pädagogisch betreut und erhalten Hilfe bei den Schulaufgaben. Sie spielen, malen und die größeren üben sich im Gemüseanbau, lernen Brot zu backen oder stellen aus Altpapier Schreibpapier her. Das alles stärkt ihr Selbstwertgefühl. Einmal im Monat und nach Bedarf kommt eine Ärztin, um die Kinder medizinisch zu versorgen.

Auch die Eltern treffen sich in der Kindertagesstätte und informieren sich über Erziehungsfragen, über Hygiene, Hausarbeit u.a.m.

Kindermissionswerk und BINGO Lotterie werden Förderer
Dank eingehender Spenden und dank der Hilfe vom Kindermissionswerk und der Niedersächsische Lottostiftung BINGO konnten in den letzten Jahren weitere Baumaßnahmen durchgeführt werden, so dass inzwischen bis zu 180 Kinder in  Kind-Sein erleben dürfen. Kein Wunder, dass viele Kinder abends gar nicht so gerne in ihre Familie zurück wollen.

Das Kindermissionswerk hat eine Patenschaft für die Kindertagesstätte übernommen. Diese beinhaltet Betreuung der Kindertagesstätte und auch Kontrolle über die Verwendung der finanziellen Mittel.

Unsere an das Kindermissionswerk überwiesenen Spendengelder werden dort kofinanziert und sogleich an die Kindertagesstätte weitergeleitet.